Erinnerungstafel Ernst Senckel · Rückblick

Pfarrer Ernst Senckel, 1836–1912

Sonderausstellung „Vater der deutschen Schulsparkassen" – 150 Jahre Schulsparkasse

📅 9. März – 6. August 2017 📍 Museum Viadrina, Junkerhaus, Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Str. 11, Frankfurt (Oder) 🖋️ Kuratorin: Dr. Sonja Michaels

Pfarrer Ernst Senckel, Foto um 1906

Am 9. März 2017 eröffnete das Museum Viadrina im historischen Klassenzimmer des Junkerhauses eine Kabinettausstellung zu Ehren von Pfarrer Ernst Senckel – anlässlich des 150. Jahrestages der von ihm 1867 in Hohenwalde gegründeten Schulsparkasse, einer der ersten ihrer Art in Deutschland und der ersten in Brandenburg.

Eröffnet wurde die Ausstellung vom amtierenden Direktor der Städtischen Museen Junge Kunst und Viadrina, Dr. Martin Schieck. Unter den Gästen waren Harald Schmidt (Vorstandsmitglied der Sparkasse Oder-Spree), Beatrix Forck (Geschäftsführende Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)–Lebus) sowie ein besonderer Gast: Irmgard Jeschke, geb. Senckel, Urgroßnichte des Pfarrers, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Manfred Jeschke anreiste – er führt bis heute die Chronik der Familie Senckel fort. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Chordirektor Rudolf Tiersch und der Singakademie Frankfurt (Oder).

Was gezeigt wurde

Die Ausstellung rückte den Menschen Senckel in den Vordergrund und bettete sein Wirken in das allgemeine Zeitgeschehen ein – von seiner Kindheit im niederschlesischen Brieg über die Gründung der Hohenwalder Schulsparkasse 1867 bis zur deutschlandweiten Vereinsgründung 1880. Zu den gezeigten Exponaten gehörten unter anderem:

„Spare, lerne, leiste 'was, so hast du, kannst du, giltst auch 'was." Spruch auf einer Schulsparmarkenkarte, gezeigt in der Ausstellung
Kirche von Hohenwalde, 1929
Kirche von Hohenwalde, 17. April 1929 · Foto, Museum Viadrina Inv.-Nr. VI/2 7870,2
Grabstätte des Ehepaares Senckel, Hohenwalde
Grabstätte des Ehepaares Senckel auf dem Friedhof Hohenwalde, 2006 · Foto: Holger Swazinna

Einordnung

Die Ausstellung würdigte Senckels Verdienst, Kindern und Jugendlichen – gerade aus einfachen Verhältnissen – den Gedanken von Selbstständigkeit und Vorsorge nahezubringen, und zeichnete nach, wie aus seiner Hohenwalder Initiative binnen weniger Jahrzehnte eine bundesweite Bewegung mit rund 5.000 Schul- und Jugendsparkassen wurde.

Die Kuratierung blendete dabei den zeithistorischen Kontext nicht aus: Senckels Schulsparen folgte auch der kirchlich-konservativen Vorstellung, die bestehende Ständeordnung zu bewahren und die Arbeiterschicht durch bürgerliche Spartugenden von „aufständischen" Gedanken fernzuhalten – eine Lesart, die das Museum in seinen Ausstellungstexten selbst offenlegte, statt Senckels Wirken unkritisch zu feiern.

„In der Jugend liegt die Zukunft des Volkes!" Ernst Senckel, 1906
Ausstellungsraum im Museum Viadrina, Eröffnung 2017
Blick in die Kabinettausstellung am Eröffnungsabend, 9. März 2017 · Foto: Holger Swazinna, Sparkasse Oder-Spree
Ernst-Senckel-Medaille

Die „Ernst-Senckel-Medaille" der Sparkasse Oder-Spree (Silber: 10 Exemplare, Gold: 20 Exemplare), gestiftet 2006 anlässlich der Unterschutzstellung des Senckel-Grabes. Grafik: Museum Viadrina.

Warum diese Seite

Die Kabinettausstellung von 2017 ist auf der aktuellen Website des Museums Viadrina nicht mehr auffindbar. Diese Seite dokumentiert sie im Rahmen des Erinnerungstafel-Programms der Netzwerkstatt Frankfurt (Oder), damit Anlass, Inhalt und die Arbeit des Museums an diesem Kapitel der Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit geraten.