2026-01-14 BVMW Wirtschaftsforum 360Grad

Gestern beim BVMW-Start ins Jahr 2026 im BIG.Space: „360°-Vision für die Grenzregion“ – und genau das war spürbar.
Kernpunkte des Abends:
- Mittelstand unter Druck, aber mit ersten Signalen für bessere Auftragseingänge (u. a. durch Infrastruktur-/Investitionsimpulse).
- Berlin–Brandenburg–Polen als Verflechtungsraum: nicht in Grenzen denken, sondern in Chancen – wirtschaftlich, räumlich, infrastrukturell.
- Hebel für Standortentwicklung wurden offen diskutiert: Gewerbesteuer, Flächen, Fachkräfte, Verkehrsachsen, und vor allem: verlässliche Prozesse.
- Besonders stark: der gemeinsame Tenor aus Politik und Wirtschaft: Zusammenarbeit statt Konkurrenz – Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und die Partnerstädte auf polnischer Seite als gemeinsamer Zukunftsraum.
Mein Take-away: Wenn wir den 360°-Blick wirklich leben (Unternehmen + Verwaltung + Wissenschaft + Nachbarn über die Oder), kann die Region Berlin–Posen–Warschau mehr sein als Transitkorridor: ein europäischer Wachstums- und Innovationsraum.
Mit dabei waren der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), Dr. Axel Strasser, sowie Marko Henkel, Bürgermeister von Eisenhüttenstadt.
Für beide Bürgermeister legten ihren Focus auf die Wirtschaft.



Dr. Axel Strasser – Kernaussagen
- Grenzlage = Stärke, nicht Randlage: Die deutsch-polnische Verflechtung (Arbeitsmarkt, Ansiedlungsberatung, Know-how in rechtl./steuerl. Fragen) als strategischer Vorteil.
- Positionierung der Region als europäischer Verflechtungsraum an der Achse Berlin–Posen–Warschau, gemeinsam mit Eisenhüttenstadt und Partnerstädten (u. a. Gorzów, Zielona Góra).
- Infrastruktur & Logistik: A12, Schiene (Ostbahn-Ausbau), KV-Terminal; Ziel ist eine intelligente Multimodalität (Straße/Schiene/Wasser/Luft) – „nicht nur Frankfurt allein denken“.
- Hausaufgaben Standort: transparente Gewerbeflächen-Übersicht, aktive Entwicklung/Vermarktung, Energieverfügbarkeit als limitierender Faktor, schnellere & digitalere Verwaltungsprozesse.
- Fachkräfte & Viadrina: Region attraktiver kommunizieren; Beispiel: geplante deutsch-polnische Wirtschaftsmesse an der Viadrina (18. April) als Brücke zu internationalen Studierenden.
- Wirtschaftsbeirat: klarer Vorschlag für einen deutsch-polnisch besetzten Wirtschaftsbeirat bei der Wirtschaftsförderung – als kontinuierlicher „Knotenpunkt“ zwischen Unternehmen, Verwaltung und Partnern.
- Realismus bei Gewerbesteuer-Senkung: Frankfurt als Haushaltssicherungskommune mit begrenztem Spielraum; zugleich Offenheit für Modelle (z. B. Sonder-/Kooperationsansätze) und Nutzung von EVTZ-Strukturen zur Hürdenüberwindung.
- Zusätzlich: Machbarkeitsstudie für eine 3. Oder-Querung beauftragt (Finanzierung offen, aber Bedarf wird adressiert).
- Zitat 1: „Unsere Lage an der Grenze ist nicht Randlage – sie ist unsere größte Stärke.“
- Zitat 2: „Die 360-Grad-Vision ist keine abstrakte Idee – sie ist eine konkrete Arbeitsagenda.“
- Zitat 3: „Wenn Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft über Grenzen hinweg zusammendenken, wird die Region ein europäischer Zukunftsraum.“
Marko Henkel – Kernaussagen - Neuanfang durch neue Führung: Beide (Frankfurt & Eisenhüttenstadt) parteilos – Chance, alte Reibungen zu beenden und gemeinsam zu starten.
- Komplementäre Stärken statt Neid: Frankfurt mit Flächen – Eisenhüttenstadt mit verfügbaren Wohnungen/Standortqualität; Zusammenarbeit bringt mehr als Konkurrenz.
- Wirtschaftsbeirat weiterdenken: In Eisenhüttenstadt existiert ein Beirat der großen Unternehmen; sein Ziel: ein Beirat/Format, das KMU (und grenzüberschreitend) stärker unterstützt – denn kleine Unternehmen haben nicht „Anwaltsetagen“.
- Mentalitätswechsel: Weg von „180° – Grenze stoppt“ hin zu „360° – Raum nutzen“. Polnische Unternehmen seien oft schneller gewesen, diese Chance zu erkennen; deutsche Seite müsse lernen/motiviert werden.
- Liefern statt reden: Vertrauen sei teils verloren (u. a. sichtbar an Wahlbeteiligung); entscheidend seien schnelle, sichtbare Ergebnisse (Bürokratie abbauen, erste Zeichen setzen).
- Abschlussbotschaft: Zuhören, lernen, gemeinsam Stolz & Wachstum für die Region entwickeln – unabhängig davon, ob links oder rechts der Oder.
- Zitat 1: „Jetzt kann es einen Neuanfang geben – für die Region und für alles, was wir uns vorgenommen haben.“
- Zitat 2: „Die Region hat 360 Grad – hier müssen wir noch lernen und unsere Unternehmer motivieren, diesen Raum zu nutzen.“
- Zitat 3: „Wir müssen liefern: Bürokratie abbauen und die ersten Zeichen setzen.“
An der Veranstaltung nahmen deutsche und polnische Unternehmer teil, – ein erster Austausch im neuen Jahr, um den 360 Grad-Blick in unserer Region zu stärken.










